Ein Unternehmen der Kirche.

Lea Ackermann - Kämpferin gegen die Prostitution von Frauen

Für Frauen in Not

Die deutsche Ordensschwester Lea Ackermann hat ihr Leben dem Kampf gegen den Menschenhandel und die Prostitution von Frauen gewidmet. Sie engagiert sich auf der ganzen Welt für die Gerechtigkeit gegenüber Frauen und gründete die internationale Hilfsorganisation Solwodi, die Frauen die Chance eröffnet, ein besseres Leben ohne Zwang zuführen.

Lebenslauf von Lea Ackermann

Geboren wurde Lea Ackermann am 2. Februar 1937 in Völklingen an der Saar und wuchs in Klarenthal auf. Sie kommt aus einem christlich-praktizierenden Elternhaus und hatte schon früh intensiven Kontakt zur Kirche. Nach ihrer Schulzeit folgte eine Lehre zur Bankkauffrau, anschließend arbeitete sie ein Jahr in einer Bank in Frankreich. Doch die fromme und zugleich abenteuerlustige Frau sehnte sich nach mehr, denn materielle Werte gaben ihr keine Zufriedenheit.

Aus diesem Grund schlug Lea Ackermann 1960 einen ganz neuen Weg ein und wurde Ordensschwester in der Ordensgemeinschaft »Die Schwestern unserer Lieben Frau von Afrika« (»Weiße Schwestern«). Sie studierte Sprachen, Psychologie, Pädagogik und Theologie und promovierte mit der Arbeit »Erziehung und Bildung in Ruanda« in Pädagogik.

Im Jahr 1985 wurde die engagierte Nonne als Lehrerin nach Mombasa, Kenia, geschickt. Dort erfuhr sie mitten im Ferienparadies bei Treffen mit Frauen, was Ausbeutung und Zwangsprostitution für Frauen und Kinder heisst. Aus dieser prägenden Erfahrung zog sie ihre Schlüsse.

Lieber Gott, ich mache mit dir einen Deal! Ich kümmere mich um deine chancenlosen Töchter, lass du mich bloß nicht hängen!

Lea Ackermann machte es sich zur Lebensaufgabe, den Frauen zu helfen, und scheute sich nicht, in die Bordelle zu gehen und mit Betroffenen zu sprechen und den Frauen aus dem Elend zu helfen. Dies war die Geburtsstunde ihrer Hilfsorganisation Solwodi.

Ihr Lebenswerk Solwodi

Ich sehe die Not und ich will helfen

In Mombasa gründete Lea Ackermann noch im gleichen Jahr die Menschenrechts- und Hilfsorganisation Solwodi, was für »Solidarity with Women in Distress« - zu deutsch »Solidarität mit Frauen in Not«, steht. Trotz anfänglich spartanischen Zuständen und mit nur wenigen Spendengeldern in der Hand startete sie ihr Projekt und überlegte, wie sie all den Frauen helfen konnte. Das Vorhaben war erfolgreich. Heute gibt es in Kenia 34 Beratungs- und Ausbildungszentren. Die Organisation gibt den Frauen die Möglichkeit zu einer Ausbildung als Bäckerin, Schneiderin, Schuhmacherin, Friseurin oder Seifen-Herstellerin, um so eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu bekommen.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland gründete Lea Ackermann 1987 auch hier den gemeinnützigen Verein Solwodi für die Rechte und Probleme von Migrantinnen, die Menschenhandel, Zwangsheirat oder Gewalt erlitten haben.

Heute engagiert sich Ackermanns Organisation Solwodi außerdem erfolgreich in Ruanda, Österreich, Rumänien und Ungarn gegen den Menschenhandel.

Auszeichnungen und Bücher

Ihr Grundsatz, den Frauen zu helfen, komme was wolle, brachte der Ordensschwester viele Auszeichnungen ein. So wurde ihr das Bundesverdienstkreuz, der Preis »Frauen Europas« für ehrenamtliches Engagement oder der »Augsburger Friedenspreis« verliehen, um nur einige zu nennen. Lea Ackermann ist die Verkörperung aufopferungsvoller Hilfe und eines Kampfes für eine gerechtere Welt, in dem sie stets auf ihren starken Glauben baute.

Eine Gesellschaft gibt sich Regeln und sagt: So wollen wir miteinander umgehen! Und da würde ich mir wünschen, dass wir eine Gesellschaft haben, die sagt, so wollen wir Männer und Frauen gleichwertig behandeln! Und da hat Prostitution keinen Platz!

In zahlreichen Büchern erzählt die Ordensschwester von ihren Erlebnissen im Kampf gegen den Menschenhandel und versucht, so viele Menschen wie möglich auf dieses Thema aufmerksam zu machen. In ihren Buch »In Freiheit leben, das war lange nur ein Traum« stellt die mutige und willensstarke Ordensschwester Einzelschicksale vor, deren Grausamkeit unvorstellbar sind. Menschen, die Lea Ackermanns Organisation Solwodi retten konnte.

Jede einzelne Geschichte verdeutlicht, wie Bedeutsam die Arbeit der bewundernswerten Ordensfrau Lea Ackermann bis heute ist und wie das Leben von etlichen Menschen durch ihr Lebenswerk verbessert werden konnte.

Quellen: