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Was ist die Fastenzeit?

Ursprung und Bedeutung

Mit dem Aschermittwoch beginnt in der Westkirche traditionell die vierzigtägige Fastenzeit bzw. Passionszeit (lat. Quadragesima), die als vorösterliche Bußzeit auf das wichtigste Fest in der Christenheit vorbereitet - dem Fest der Auferstehung von Jesus Christus (Ostern). Diese Zeit der Buße und Umkehr soll an das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste erinnern, bevor jener sein öffentliches Wirken begann.

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Bedeutung und Ursprung

Korb mit Äpfeln - FastenzeitDie Fastenzeit ist geprägt einerseits durch Verzicht, das Fasten. Dieses Fasten ist einerseits durch die offizielle Fastenordnung der katholischen Kirche vorgegeben, andererseits ist jeder Christ aufgerufen, sich von Dingen und Zwängen zu befreien, die das Glaubensleben beeinträchtigen oder von wichtigen Dingen im Leben abhalten.

Die durch den bewussten Verzicht entstehenden Freiräume sollen andererseits für ein intensiveres Erleben und Reflektieren des eigenen Glaubenslebens genutzt werden.

Traditionell drückt sich das Fasten durch den Verzicht auf Essen aus. Meistens verzichten die Gläubigen insbesondere auf Fleisch und nehmen besondere Fastenspeisen zu sich. Heutzutage ist es aber ebenso beliebt, ganz unterschiedlichen Konsum zu fasten. Neben Fleisch wird so mittlerweile auch gerne auf Internet, Soziale Medien, Rauchen oder auch das Smartphone verzichtet. Verschiedene Fastenaktionen und Impulse bieten jedem die Möglichkeit, den bewussten Verzicht in diesen besonderen sechs Wochen im Kirchenjahr zu üben.

Wann ist Fastenzeit?

Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und erreicht ihren Höhepunkt mit dem Karfreitag, der zugleich auch ihr Ende ist. Am Karfreitag wird in besonderer Weise dem Kreuzestod Jesu Christi gedacht.

Hier erfahren Sie die Fastentermine der kommenden Jahre:

2020: 26.02.2020 - 09.04.2020

2021: 17.02.2021 - 01.04.2021

2022: 02.03.2022 - 13.04.2022

Neben diesen vierzig Tagen, in denen viele Gläubige verzichten und fasten, gilt auch die Adventszeit vor Weihnachten als Zeit der Buße und Besinnung.

Symbole und Brauchtum der Fastenzeit

Die Zahl 40

Die Zahl 40 hat sowohl im Alten als auch im Neuen Testament eine besondere Bedeutung. 40 Tage blieb Moses auf dem Berg Sinai, bis er von Gott die Zehn Gebote erhielt (Ex 24,18). 40 Tage und Nächte dauerte der Regen der Sintflut an (Gen 7,12) und genauso lang wartete Noah, nachdem die Berge wieder sichtbar waren, bis er ein Fenster seiner Arche öffnete und einen Raben fliegen ließ. Nach dem Auszug aus Ägypten wanderte das Volk Israel 40 Jahre durch die Wüste (Ex 16,35). 40 Tage und 40 Nächte wandert der Prophet Elia zum Gottesberg Horeb, wo Gott zu ihm sprach (1 Kön 19,8).

40 Tage verbrachte Jesus betend und fastend in der Wüste, um sich auf seine Sendung vorzubereiten. Und auch die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern dauert 40 Tage. Bei dieser Rechnung gibt es allerdings einen kleinen Trick: eigentlich sind es 46 Tage, aber die Sonntage zählen nicht zur Fastenzeit, da der Sonntag als Erinnerung an die Auferstehung Jesu ein Tag der Freude sein soll.

Die Fastentücher

Das Fastentuch ist ein meist mit biblischen Motiven besticktes oder bemaltes Tuch, welches in der Fastenzeit in den Kirchen aufgehängt wird, um die bildlichen Darstellungen Jesu Christi, das Kruzifix und den Altarraum zu verdecken. Das Passionstuch geht auf den jüdischen Tempelvorhang zurück. In den Evangelien wird berichtet, dass der Vorhang im dem Moment zerreißt, als Jesus am Kreuz stirbt. Waren die Fastentücher zu Beginn noch sehr schlicht gestaltet, wurden sie im Lauf der Zeit immer aufwändiger verziert, womit der eigentliche Sinn des Verhüllens, des »Fastens der Augen«, hinfällig wurde.
Das größte heute noch erhaltene Fastentuch ist das ca. zehn mal zwölf Meter große und über eine Tonne schwere Freiburger Fastentuch von 1612.

Aschenkreuz

Das Aschenkreuz gehört zu den bekanntesten Symbolen der Fastenzeit. Seit dem 10. Jahrhundert ist es in der Heiligen Messe am Aschermittwoch ein fester Bestandteil der Liturgie, dass der Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zeichnet. Die Asche, die von den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres stammt, ist ein Zeichen der menschlichen Vergänglichkeit, der Reinigung sowie der Buße und Reue. Gleichzeitig ist das Kreuz auch ein Zeichen der Hoffnung. Die Spendung des Aschenkreuzes gehört in der katholischen Kirche zu den sogenannten Sakramentalien.
Mancherorts wird die Asche nicht auf die Stirn gezeichnet, sondern in Kreuzform auf den Kopf gestreut. Daraus hat sich die heute meist scherzhaft gebrauchte Redewendung »Asche auf mein Haupt« entwickelt. Auch die bekannte Redensart »In Sack und Asche gehen« hat ihren Ursprung im Aschermittwoch und im Aschenkreuz. Die Christen, die für ihre Verfehlungen Buße tun mussten, trugen ein Bußgewand (Sack) und wurden mit Asche bestreut.

Violett (Liturgische Farbe)

Traditionell ist die liturgische Farbe für die Fastenzeit vor Ostern (und die Fastenzeit im Advent) Violett. Diese Farbe symbolisiert die Buße, den Übergang und die Verwandlung. Violette Messgewänder können auch zu Beerdigungen und am Fest Allerseelen getragen werden. In der katholischen Kirche ist Violett außerdem die Farbe der Bischöfe.
Mehr über die liturgischen Farben erfahren Sie im Ministrantenportal.

Almosen

Zum festen Brauchtum der Fastenzeit gehört auch das Geben von Almosen. Aber wo liegt eigentlich der Ursprung des Fastenopfer?

»Das Kirchenjahr. Die Feste. Bedeutung, Entstehung, Brauchtum« von Eckhard Bieger bei Vivat!Das Almosen-Geben ist bereits im Judentum religiöse Praxis. In mehreren Ländern wird zu einem besonderen Fastenopfer aufgerufen, das meist für die Entwicklungsländer gespendet wird. In Deutschland ist dieses Almosen durch den Namen »Misereor«, lateinisch »Ich erbarme mich«, gekennzeichnet. Misereor steht inzwischen für eine fundierte Auseinandersetzung mit der Armutsthematik und der Situation in den Ländern, die wir der Dritten Welt zuordnen.

Die Organisation, im kirchlichen Sprachgebrauch »Bischöfliches Werk Misereor«, wurde bereits 1958 gegründet. Die ökologische Diskussion ist von christlichen Gruppen aufgegriffen und mit dem Gedanken der Fastenzeit zu dem Motiv »Neuer Lebensstil« verbunden worden. Verzicht wird hier nicht nur als Bußpraxis für einen bestimmten Abschnitt des Jahres verstanden, sondern als dauernde Haltung.

Ähnlich wie in anderen Erneuerungsbewegungen der Kirchengeschichte wird ein einfaches, armes Leben als Ideal, Wohlstandsüberfluss dagegen als Gefährdung der Humanität und des Bezuges zur Transzendenz gesehen.

Fastenstrauch

An Aschermittwoch werden von einem Forsythienstrauch oder einem Kirschbaum Zweige abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Bis zum Osterfest beginnen die Zweige zu blühen und symbolisieren den Aufbruch zum neuen Leben. Ab Mitte der Fastenzeit kann der Strauch auch mit Anhängern in Form von Blumen oder Ostereiern geschmückt werden. Dekorationsanregungen finden Sie im Vivat!-Shop. Zur Vorbereitung auf die Fastenzeit finden Sie im Vivat!-Shop eine Vielzahl an verschiedenen Büchern, Fastenkalendern u. v. a.

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Quellen: